Rechtliche Betrachtung der Kitzsuche

Rehwild unterliegt dem Jagdrecht (§2 Bundesjagdgesetzt). Damit ist es im Sinne des Gesetzgebers ein herrenloses Tier und nur der Jagdausübungsberechtigte des jeweiligen Jagdbezirkes darf sich ein Wildtier aneignen (§1 Bundesjagdgesetzt). Wird z. B. ein Rehkitz von einem nicht Jagdberechtigten aus einem Jagdbezirk mit nach Hause genommen, spricht man von Jagdwilderei.

§ 292 Strafgesetzbuch

Jagdwilderei

 

(1) Wer unter Verletzung fremden Jagdrechts oder Jagdausübungsrechts

  1. dem Wild nachstellt, es fängt, erlegt oder sich oder einem Dritten zueignet oder
  2. eine Sache, die dem Jagdrecht unterliegt, sich oder einem Dritten zueignet, beschädigt oder zerstört,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

 

(2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn die Tat

  1. Gewerbe- oder gewohnheitsmäßig,
  2. zur Nachtzeit, in der Schonzeit, unter Anwendung von Schlingen oder in anderer nicht weidmännischer Weise oder
  3. von mehreren mit Schusswaffen ausgerüsteten Beteiligten gemeinschaftlich

begangen wird.

 

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für die in einem Jagdbezirk zur Ausübung der Jagd befugten Personen hinsichtlich des Jagdrechts auf den zu diesem Jagdbezirk gehörenden nach §6a des Bundesjagdgesetzes für befriedet erklärten Grundflächen.


Ist ein Rehkitz in großer Not, greift das Tierschutzgesetz und Sie dürfen oder müssen sogar dem Wildtier helfen. Dann sollten Sie ein in Not geratenes Wildtier zu einer anerkannten Wildtierauffangstation (z. B. Wildtierhilfe Fiel e.V.) bringen. Wenn die Nothilfe erfolgt ist, muss der Zuständige Jagdausübungsberechtigte informiert werden.

 

§ 1 Tierschutzgesetz

 

Zweck dieses Gesetz ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.